Ein ganzheitliches Marketingkonzept wird so erstellt [Vorlage]

Ein ganzheitliches Marketingkonzept wird so erstellt [Vorlage]

Zum Online Marketing gehört mehr als Werbung zu schalten oder sich digital sichtbar zu machen. Ein ganzheitliches Marketingkonzept besteht aus vielen kleineren Maßnahmen, die alle ihre Berechtigung haben und zusammen wirken.

Warum erzähle ich dir das?

Sicherlich hast du auch schon von dem ein oder anderen Online Marketer gehört, wie du in einem Monat 6-Stellige Umsätze einnimmst, oder du jede Woche 5 Neukunden gewinnst. Oftmals bekomme ich diese Typen auf Social Media Kanälen zu sehen.

Es kann sein, dass ich sie deswegen so oft sehe, weil ich auf ein paar geklickt habe und Facebook nun denkt, ich bin die Zielgruppe, aber sei es drum.

Mir geht es in diesem Artikel darum, hinter die Fassade zu schauen. Wie funktioniert ein erfolgreiches Marketingkonzept wirklich? Ist es so einfach, wie die Online Marketer es sagen?

Das ist Marketing ohne Substanz

Willst du das schnelle Geld? Oder willst du sofort zahlreiche Neukunden? Bei einigen dieser Online Marketern klingen das Versprechen schöner als es tatsächlich ist. Es wird der Traum bzw. die Lösung verkauft, jedoch nicht unbedingt der nachhaltige Weg, um dorthin zu kommen.

Es geht mir an dieser Stelle darum darauf zu achten, die Marketing versprechen zu hinterfragen und das ganzheitliche Marketingkonzept zu überprüfen.

Zwei dieser Strategien sind folgende:

Landingpage-Marketing mit viel Budget

Die Maßnahme, die dabei genutzt wird ist in der Regel Social Media Marketing. Über bezahlte Posts wird die Zielgruppe auf ein Angebot aufmerksam gemacht.

Landingpage Marketing Funnel Marketing janschulzesiebert.com

Der Ansatz bietet schnelle Reaktionen der Zielgruppe, so dass du dein Angebot besser und schneller auf diese Anpassen kannst.

Die Substanz, welche bei reinem Landingpage Marketing fehlt ist der Zusatz an Vertrauen und Expertise. Eine Website ist dazu der Ort, an dem der Experten-Status untermalt wird.

Was ich immer wieder sehe sind diese schnell gebauten Landingpages mit Clickfunnels und wenn du denjenigen einmal bei Google suchst, findest du entweder keine weitere Reputation aus vertrauenswürdigen Quellen oder noch schlimmer, zwei oder drei stillgelegte Projekte.

Dann weißt du ja quasi schon, dass das Angebot von dem Online Marketer nichts bringen kann.

Landingpages und Social Media Ads sind nur ein Teil des Marketingkonzepts.

Der positive Effekt bei dieser Vorgehensweise ist:

  • du bekommst schnell Feedback, ob deine Marketing-Aussagen funktionieren
  • du sammelst Kontaktdaten deiner Zielgruppe

Negative Punkte sind meiner Meinung nach:

  • kein Budget, kein Traffic
  • Preise werden immer teurer
  • keine Effekte auf dein User-Vertrauen bzw. deine Expertise

Social Selling mit viel Zeiteinsatz

Ein weiterer Ansatz, über welchen ich zuletzt mit einem Berater gesprochen hatte war Social Selling. Auch bei Social Selling handelt es sich um kein Marketingkonzept sondern lediglich um einen kleinen Baustein des großen Ganzen.

Social Selling janschulzesiebert.com

Beim Social Selling sprichst du über Soziale Medien mit deiner Zielgruppe. Beispielsweise bist du dafür in Gruppen auf Facebook oder LinkedIn aktiv und schreibst In-Mails über den Messenger.

Darüber kommst du in direkten Kontakt und erfährst nach einigen Gesprächen, wo der Schuh wirklich drückt.

Dementsprechend kannst du dein Angebot ideal auf das Kundenbedürfnis ausrichten.

Social Selling unterstützt so gesehen die Maßnahmen, welche du zum Erstellen deines Zielkunden benötigst. Was dort alles dazu gehört habe ich im Beitrag “Zielkunde definieren oder Dating-Profil erstellen?” zusammengefasst.

Positiv an Social Selling ist:

  • schnelles Feedback zu Angeboten
  • direkter Kontakt zur Zielgruppe
  • Vorlagen zur Gesprächsoptimierung

Negativ sind diese Punkte:

  • zeitaufwendig
  • nicht skalierbar

Betreibst du nur diese Art von Marketing, wird sich dein Unternehmen auf Dauer schwer tun beim Wachstum.

Nachhaltiges Marketing funktioniert durch Inhalte

Ein Marketing Konzept kann auch nachhaltig gedacht werden. Die beiden Beispiele zuvor waren auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet. Inbound Marketing dagegen zielt mit Inhalten auf den langfristigen Erfolg.

Inbound Marketing janschulzesiebert.com

Bis Inbound Marketing Leads von ganz alleine generiert, dauert es einige Zeit. Dabei spielen die Content Grundlagen, wie ein Blog-Aufbau, Content-Seiten und jede Menge SEO eine wichtige Rolle.

Zu einer Inbound-Strategie gehört es allerdings auch, dass die Customer Journey ganzheitlich verstanden wird. Der Kunde wird von Anfang bis Ende, also von Interesse bis Kauf mit Inhalten begleitet und regelrecht für den Kauf qualifiziert.

Die Inbound Maßnahmen gehören dabei dem Pull-Marketing an. Also jenen Maßnahmen im Marketing, bei denen der Kunde wegen des Mehrwerts auf die Inhalte und somit den Anbieter aufmerksam wird.

Positiv am Inbound Marketing ist:

  • hohe Expertise / Reputation durch Content
  • ganzheitliche Interessenten Betrachtung
  • langfristige Kostenreduktion
  • Vertrauensaufbau
  • solide Basis

Negative Punkte sind:

  • Effekte erst langfristige spürbar

Sofern nicht durch andere Marketing-Methoden nachgeholfen wird, ist Inbound Marketing etwas für zukunftsdenkende Unternehmen. Inbound Marketing setzt auch nur bei den Marketing-Maßnahmen an und ist somit alleine kein ganzheitliches Marketingkonzept.

Das Marketingkonzept hat 7 Phasen

Bevor ich mich tiefer mit dem Thema Marketing-Strategien und Konzepte beschäftigt habe, hätte ich die aufgezählten Beispiele als klares Konzept benannt. Nach der wissenschaftlich aufgestellten Methode von Prof. Dr. Jean-Paul Thommen und Prof. Dr. Ann-Kristin Achleitner gehört zu einem Marketing Konzept jedoch weit aus mehr.

Lese-Empfehlung: Wieso ich anstatt einer Website ein Marketing-System verwende

Insgesamt sind es 7 Phasen, welche in der Abbildung dargestellt sind.

ganzheitliches Marketingkonzept janschulzesiebert.com

1 - Status Quo Analyse

In der ersten Phase müssen sich die Entscheidungsträger im Unternehmen einen klaren Überblick verschaffen. Mit Methoden wie beispielsweise der SWOT-Analyse oder der Buyer Persona lassen sich Unternehmen und Zielkunde genau analysieren.

Beides sind wichtige Grundlagen, um im folgenden die richtigen Schlüsse und Entscheidungen zu treffen.

2 - Marketing Ziele

Bei den Zielen greifst du die zuvor definierten Grundlagen auf und festigst diese mit Zahlen und Fakten. Ziele sind oftmals:

  • Umsatz
  • Leads
  • Abonnenten
  • Reichweite
  • Marktanteil
  • Kundenzufriedenheit
  • Markenbekanntheit

Die Marketing Ziele sind dabei mittel- bis langfristig gesteckt. Einzelne Kampagnen und generell das Marketingkonzept lassen sich später daran messen.

3 - Marketing Strategie

Bei der Strategie wird nun der Weg überlegt, wie wir die Marketing Ziele erreichen können. Hierbei steht besonders der Kunde, dessen Probleme und die Lösung im Fokus. Dabei vermischen sich die Phasen 3 und 4, da hier oftmals über die Werkzeuge und Maßnahmen nachgedacht wird.

Auf diese Weise lässt sich die Strategie deutlicher nachvollziehen und miteinander diskutieren.

4 - Marketing Instrumente

Das oben aufgeführte Landingpage Marketing, Social Selling und Inbound Marketing sind in diesem Zusammenhang drei einzelne Strategien, bestehend aus unterschiedlichen Werkzeugen, die zum Erfolg führen können.

Die Marketing Instrumente werden in folgende Bereiche untergliedert:

  • Produktpolitik (engl. Product)
  • Preispolitik (engl. Price)
  • Kommunikationspolitik (engl. Promotion)
  • Distributionspolitik (engl. Place)

Um hier einfacher zu arbeiten und eine bessere Vorstellung zu entwickeln habe ich dir einige Beispiele für die einzelnen Bereiche aufgelistet. Mit diesen kannst du dein Marketingkonzept mit Futter füllen.

Produktpolitik

Wie muss das Angebot für meinen Zielkunden aussehen? Mögliche Formen:

  • Beratung
  • Workshop
  • Support
  • physisches Produkt
  • digitales Produkt

Preispolitik

Abhängig vom Kunden wählst du hier die Höhe und Ausprägung der Investition:

  • kostenlose Inhalte, Freemium, Freebie, Leadmagneten
  • Testphase, Demo-Zugriff
  • Lite-Version
  • High Price
  • Stunden oder Tagessätze
  • Paketpreise

Aber auch die Zahlungsweise spielt eine Rolle:

  • Abo-Modell
  • Einmalzahlung
  • Ratenzahlung

Kommunikationspolitik

Welche Maßnahmen stehen zur Verfügung?

  • Budget für Paid Ads
  • Organische Reichweite
  • Influencer
  • Kooperationen

Distributionspolitik

Der Ort, also der Marketingkanal, für eine Kampagnen ist zugleich für die Werbeformate / Content Arten verantwortlich.

Content Formate

  • Text: Artikel, Blog, Pressemitteilung, Themenseiten, Landingpages
  • Video: Interviews, Face to Camera, Animation, Imagefilm
  • Audio: Podcast, Interviews, Songs
  • Bild: Infografiken, Fotografie, Banner
  • Präsent: Events, Auftritte als Speaker, Messen, Guerilla-Aktionen

Platzierungen

  • eigene Website
  • Gäste-Blog, -Magazin, -Website
  • Suchmaschinen: Google, Bing
  • Social Media: Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing, Pinterest, Instagram
  • iTunes, Soundcloud
  • Videoportale: Youtube, Vimeo
  • Fachportale, Plattformen, Verzeichnisse
  • Native Advertising: Outbrain, Plista, Ligatus
  • Veranstaltungen: Messen, Seminare, Konferenzen

5 - Marketing Mix

In Phase 5 werden zum Abschluss der Planung die Marketing Instrumente und die Strategie zu einem Marketing Mix zusammengesetzt.

Der Marketing Mix ist sozusagen deine Schatzkarten, auf der dein Weg zum Schatz visualisiert ist.

Es bietet sich demnach an, deine Marketing Maßnahmen tatsächlich als großes Diagramm oder MindMap zu darzustellen.

6 - Realisierung des Marketingkonzepts

Nach der Planung folgt die Umsetzung. Hierbei kann je nach Budget und zeitlichem Einfluss zunächst ein Teil oder der gesamte Marketing Mix umgesetzt werden. Es bietet sich an, bei Kampagnen nach uns nach die einzelnen Marketing Kanäle zu testen, um die Ergebnisse auch direkt auswerten zu können.

Beim Vorgehen bietet es sich an, die Marketing Strategien für die Umsetzung zu priorisieren.

Praxis-Tipp für die Umsetzung

Ein Beispiel hierfür wäre folgendes Reihenfolge:

  1. Website erstellen
  2. Themen-Seiten und Basis-Content für den Blog erstellen
  3. Landingpages erstellen
  4. Leadmagnet erstellen
  5. Werbekampagnen ausprobieren

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass zunächst fundierte Grundlagen geschaffen werden, die die Expertise präsentieren und das notwendige Vertrauen für das Überzeugen von Kunden unterstützen.

7 - Evaluation der Ergebnisse

Abschließend solltest du jede Marketingaktion und jede Kampagne mit festgelegten KPIs analysieren und mit den am Anfang festgelegten Marketing Zielen abgleichen.

Stell deinem Marketing Verantwortlichen hierzu am besten diese Fragen:

  • Was hat funktioniert?
  • Was hat nicht funktioniert?
  • Sind die Ziele erreicht?
  • Was könnte man optimieren?
  • Wie machen wir weiter?

Fazit: Visualisiere dein Marketingkonzept

Abschließend möchte ich dir zum Marketingkonzept noch folgendes sagen.

Bewerte dein Marketing ganzheitlich, mit allen Maßnahmen und Strategien. Solltest du nur einen Teil einsetzen kann es sein, dass du große Chancen liegen lässt.

Es bietet sich tatsächlich an, diesen gesamten Prozess zu visualisieren, da du die einzelnen Schritte besser diskutieren und durchdenken kannst. Nutze hierfür entweder ein Papier oder eine digitale Anwendung für Diagramme oder Mindmaps.

Außerdem solltest du bei all den Marketing Maßnahmen das Controlling nicht vergessen. Ein gutes Controlling kann eine gute Grundlage für die ausgehende Status Quo Analyse bedeuten.

Was denkst du nun über dein eigenes Marketing? Wie siehst du die Zusammenhänge des ganzheitlichen Marketingkonzepts? Schreib mir deine Meinung bitte unten drunter in die Kommentare.

4 Kommentare

  • Sehr guter Artikel Jan! Und genau die gleiche Strategie, die ich selbst auch "predige".
    Ich finde diese ganzen Leute in sozialen Medien anstrengend und irgendwie machen die alles kaputt mit ihren Aussagen "Wie du in 2 Wochen 6-stellige Umsätze machst ohne etwas dafür tun zu müssen".
    Für Leute aus dem Marketing irgendwie ein Schlag ins Gesicht und es fühlt sich so als wären wir die Dummen, dass wir uns überhaupt noch um Marketingkonzepte kümmern...
  • Hey Stephanie,

    vielen lieben Dank für dein Feedback.
    Auch wenn man logisch darüber nachdenkt und weiß, dass diese Aussagen oft nicht das versprechen, wie es scheint, werden wir unterbewusst beeinflusst. Demzufolge ist es so wichtig, sich selbst immer wieder klar zu machen, dass nachhaltiges und ehrliches Marketing eben seine Zeit braucht und dafür eine fundierte Basis notwendig ist.

    Viel Erfolg für dich weiterhin!
    Liebe Grüße
    Jan
  • Ja ich finde das eine absolut gute Strategie, die wirklich nachhaltig ist.
  • Hey Sabine,

    danke für deinen Kommentar. Ich glaube Nachhaltigkeit ist in einer Zeit, in der so viel Content tagtäglich publiziert wird, enorm wichtig.
    Klasse, dass du es genauso siehst.

    Viel Erfolg bei deiner Marketingstrategie.

    Grüße
    Jan

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